Start ins neue Jahr – Mache dir jetzt Gedanken zur Berufsfindung

Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich mit dem Thema Berufswahl zu beschäftigen?

Aber ab wann sollten junge Menschen damit beginnen, sich mit der Zeit nach der obligatorischen Schulzeit zu beschäftigen? Und was ist jenen zu raten, die sich noch nicht fixieren können, ob sie eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren wollen? Empfehlenswert ist ein Gespräch über persönliche Stärken und Schwächen mit Freunden, Lehrpersonen und Familie.

  • Welche Schulfächer interessieren dich?
  • Was tust du gerne in der Freizeit?
  • Bei welchen Tätigkeiten vergisst du die Zeit?
  • Was kannst du gut: in der Schule, zuhause, in der Freizeit?
  • Welche Branchen interessieren dich?

Für Bezirksschüler/Innen und gute Sekundarschüler/Innen steht die Möglichkeit offen, eine berufliche Grundbildung (EFZ) mit Berufsmaturität zu besuchen. Mit der Wahl des Ausbildungswegs mit Berufsmaturität erwirbt man sich zudem eine erweiterte Allgemeinbildung und kann später in eine Fachhochschule eintreten.

Faustregel
Wichtig ist, dass man sich frühzeitig mit dem Thema Berufsfindung auseinandersetzt. Dabei ist wichtig, dass die Grundrichtung stimmt und dass sich junge Menschen offen und flexibel zeigen. Die Lehre ist die perfekte Basis für die spätere berufliche Karriere. Nach dem erfolgreichen Berufsabschluss hat man viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder auf einen verwandten Job umzusteigen. Eine Lehre im gewählten Beruf muss nicht der Beruf fürs ganze Leben bleiben.

Lehrverträge können noch bis Oktober unterschrieben werden

Die COVID-19-Krise hat Gesellschaft und Wirtschaft heftig durchgeschüttelt. Auch Jugendliche auf Lehrstellensuche sind von der Krise betroffen. Für Jugendliche, die zur Zeit noch keine Lehrstelle gefunden haben, ist der Zug noch nicht abgefahren. In diesem Jahr können Lehrverträge, abhängig von den jeweiligen Kantonen und Branchen, noch bis Ende Oktober unterschrieben werden.

Diese Regelung kommt nicht nur den Jugendlichen entgegen, sondern auch den Lehrbetrieben. Für diese ist es wichtig, dass sie langfristig gesehen, über genügend qualifizierte Fachkräfte verfügen.

Mit Brückenangeboten die Zukunft im Sack?

CRC. Sind die Noten ungenügend oder möchte der Jugendliche später eine weiterführende Schule besuchen, ist eine allgemeine schulische Weiterbildung von Vorteil. „Sprachaufenthalte sind in dieser Situation nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Die Jugendlichen sollten sich lieber auf die Kernfächer Mathematik und Deutsch konzentrieren“, so der Rat der Berufsberaterin. Etwa ein Drittel der Kantone verlangt fürs 10. Schuljahr respektive für Brückenangebote ein teures Schulgeld.

Keine Lehrstelle gefunden, die Gymiprüfung verpatzt – „ab ins 10. Schuljahr!“, lautet in dieser Situation oftmals die Devise.- Viele Schulabgänger haben zunehmend Mühe mit der Arbeitshaltung und es gibt vermehrt Schüler mit Ausbildungslücken. Jugendliche sollten früh eine schulische Zwischenlösung ins Auge fassen, wenn sie noch keine Lehrstelle gefunden haben. Wer sich in der Berufswahl sicher ist, sollte sich auch dann weiterbewerben, wenn er oder sie sich schon für eine Brückenlösung angemeldet hat.

Unschlüssig in der Berufswahl oder Schwierigkeiten bei Lehrstellensuche?

Andere Jugendliche sind in ihrer Berufswahl unentschlossen oder sind vielleicht bei der Lehrstellensuche auf Schwierigkeiten gestossen. Wiederum andere müssen ein Jahr älter werden, bevor sie eine Ausbildung antreten können. Oder sie müssen eine bestimmte Vorbildung absolvieren, bevor sie mit der Ausbildung beginnen können, wie z. B. einen Vorkurs für gestalterische Ausbildungen. Gefragt sind da Brückenangebote, die zielgerichteter aufs Berufsleben vorbereiten. Es braucht Anschlusslösungen, die nicht nur einen schulischen, sondern auch einen praxisorientierten Teil bieten. Und es sei an dieser Stelle auch gleich vorweggenommen: Die kindliche Vorstellung vom Traumberuf lässt sich nur in den wenigsten Fällen umsetzen.

Nicht nur schulische, sondern auch praxisorientierte Module

Die Zeit drängt, da manche Angebote schnell ausgebucht sind und die Situation durchaus etwas „kompliziert“ werden könnte. „Kompliziert“ kann alles Mögliche heissen: eine Zwischenlösung beispielsweise bis zum erforderlichen Alter von 18 Jahren für eine Ausbildung im Gesundheitswesen, eine sogenannte „Vorlehre“, der Übergang als Hilfskraft in den Arbeitsmarkt – oder eben als ideale Berufsvorbereitung ein 10. Schuljahr.

Selbstständiges Arbeiten, soziales Verhalten, logisches Denken

Beim 10. Schuljahr können die Schüler neben den Kernfächern Wahlfächer bestimmen, welche die Vorbereitung auf eine bestimmte Berufsrichtung unterstützen, obwohl das 10. Schuljahr nicht als eigentliche Berufswahlklasse bezeichnet werden kann. Sprachliche Kompetenzen werden verbessert sowie mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen vertieft. Das Schuljahr bietet den Schülern auch die Möglichkeit, eine qualifiziertere Berufslehre zu absolvieren. Auch weitere Kenntnisse und Fähigkeiten wie zum Beispiel selbstständiges Arbeiten, soziales Verhalten, logisches Denken oder die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen werden häufig im 10. Schuljahr vermittelt. Das 10. Schuljahr ist also eine echte Alternative zu einer sofortigen Berufslehre und so nicht nur eine Notlösung für Schüler, die keine Lehrstelle finden. Dazu müssen die Erziehungsberechtigten allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen, um diese Zwischenlösung zu finanzieren.

www.die-lehrstelle.ch

Das Portal Website www.die-Lehrstelle.ch listet seit Herbst 2011 neue Lehrstellen aus fast allen Branchen und aus fast allen Kantonen der Schweiz auf. Jugendliche informieren sich auf dieser Plattform über die offenen Lehrstellen. Unzählige Firmen haben seit dem Start ihre offenen Lehrstellen Jahr für Jahr auf dieser attraktiven Plattform ausgeschrieben.

10 wichtige Fragen beim Vorstellungsgespräch

Die Wahl des richtigen Berufes ist für alle Jugendlichen ein wichtiger Moment in ihrem Leben. Die ersten Weichen für das spätere Berufsleben werden gestellt. Umso wichtiger ist es, sich genau damit zu beschäftigen, Abklärungen zu treffen und mit Fachpersonen zu sprechen. Noch immer sind viele interessante Stellen mit Lehrbeginn 2013 offen. Die Lehrstellenplattform www.die-lehrstelle.ch bietet eine Auswahl von offenen Lehrstellen.

Hat sich der Jugendliche nach einer oder mehrerer Schnupperlehren für eine Be-rufsrichtung entschieden, muss er einen passenden Lehrbetrieb suchen und sich mit einem vollständigen Bewerbungsdossier schriftlich bewerben. Das Dossier muss folgende Unterlagen enthalten: das Bewerbungsschreiben, den Lebenslauf mit Foto und Referenzen, Kopien der Schulzeugnisse, Kopie des Eignungstestes sowie Kopien von weiteren Zeugnissen/Diplomen.

Das Vorstellungsgespräch
Wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hat die Möglichkeit, sich selber vorzustellen und gleichzeitig vom möglichen Ausbildungsbetrieb mehr zu erfahren. Das Gespräch ist ein Dialog und kein Monolog. Deshalb wird vom Kandidaten erwartet, dass er offen und ehrlich ist und seine Gedanken äussert. Folgende Fragen können gefragt werden:

1. Warum möchte ich gerade in diesem Betrieb meine Ausbildung absolvieren?
2. Was weiss ich bereits über die Firma (Hauptsitz, Mitarbeiter)?
3. Warum soll der Betrieb mich wählen und nicht jemand anders?
4. Was sind meine Stärken?
5. Was sind meine Schwächen?
6. Wo sehe ich mich in 10 Jahren?
7. Wie würde ich mich in fünf Worten beschreiben?
8. Situation: Wie würde ich mich verhalten in diversen Situationen?
9. Warum bin ich „wie gemacht“ für diesen Beruf?
10. Weshalb habe ich mich für diesen Beruf entschieden?

Noch immer sind Lehrstellen mit Ausbildungsbeginn im Herbst 2013 zu besetzen. Aktuelle Lehrstellenangebote unter www.die-Lehrstelle.ch

Misshandlungen in der Lehre

Misshandlungen während der Lehrzeit sind zwar sehr selten, jedoch wissen die betroffenen Lernenden oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. Schliesslich ist die ganze Situation der Lehrstelle neu und seinen Ausbildungsplatz aufs Spiel setzen, möchte man ja auch nicht. Trotzdem gilt ganz klar: Wehren kann und muss man sich!

Niemand muss sich Mobbing, sexuelle Belästigung oder (Androhungen oder tatsächlich ausgeübte) Gewalt während der Berufslehre und darüber hinaus gefallen lassen. Jedoch schweigen Betroffene meistens aus Angst, ihre Lehrstelle zu verlieren, oder weil sie sich selbst nicht als Opfer sehen möchten. Zudem fürchten sie sich vor der Reaktionen ihrer Familie und Freunden. Hier helfen oft Drittpersonen weiter, die nicht involviert sind. Beispielsweise der Vorgesetzte. Ist dieser jedoch der Peiniger selbst, sollte man sich an seinen Berufschullehrern oder dem Amt für Berufsbildung in den jeweiligen Kantonen wenden. Sie beraten Lernende in solchen Fällen und sehen als neutrale Stelle eher, welche Wege man gehen sollte.

Sind die Misshandlungen gravierend und es muss eine neue Lehrstelle gesucht werden, wird sich das kantonale Berufsbildungsamt dieser Sache auch gleich annehmen.

Möchte man sich seine Probleme erst einmal einfach von der Seele reden, ist die Notrufnummer der Pro Juventute für Kinder und Jugendliche (Tel.: 147 und Beratungsplattform: www.147.ch) eine Lösung. Die Beratungspersonen haben offene Ohren für jedes Anliegen und geben Ratschläge. Egal auf welchem Weg man sich bei Pro Juventute meldet (Anruf, SMS oder Internetchat): alle Daten bleiben anonym und werden nicht gespeichert.
 

Rasch reagieren
Ist man sich sicher, dass eine Misshandlung vorliegt, sollte schnell gehandelt werden. Lange zu warten, lohnt sich nicht, da körperliche und psychische Schäden dauerhaft werden könnten. Überhaupt muss man sich bewusst sein, dass es extrem wichtig ist, sich in den drei oder vier Jahren seiner Berufslehre wohl zu fühlen und Freude an dem hat, was man täglich macht.