Tagtäglich des eigenen Glückes Schmied

In diesen Tagen hat für Tausende von Jugendlichen die Lehre oder ein neues Lehrjahr begonnen. Vom Bürolisten über die Kosmetikerin, den Pferdepfleger bis hin zum Elektroinstallateur, Mechatroniker, Logistiker reicht die Berufspalette querbeet. Im Coiffeurgewerbe und in der Schönheitspflege sind Mädchen deutlich in der Überzahl. Als „Männerdomäne“ gelten dagegen die Bereiche Elektrizität, Automationsbranche oder die Forstwirtschaft.

 

Vom Aussterben bedrohte, altbewährte Berufe

Kaum mehr gefragt, geschweige denn überhaupt geläufig, sind in der heutigen Zeit Berufsbilder wie Müller, Hufschmied, Sattler oder Wagner. Dabei hat doch etwa der Hufschmied ein sicheres Zukunftspotenzial: Ist es bei Fahrzeugen die Pneubranche, die vom Verschleiss der Autoreifen lebt, so ist es bei Pferden der Hufschmied, der bei den Reittieren in regelmässigen Intervallen die Hufe fachgerecht schneiden und neu beschlagen muss.

Nicht jedes Pferd ist so kooperativ wie Fury

Der Kniff dabei: Jeder Huf ist anders und benötigt eine individuelle Behandlung. Ob „Zeheneng“, „Plattfuss“, „spitz“ oder „stumpf“, für jedes Huf-Problem gibt es eine Lösung. Nicht jedes Pferd ist dabei so kooperativ wie Fury: Was zu tun ist, wenn das Pferd mal schlechte Laune hat, erfährt man spätestens während der Ausbildung zum Hufschmied.

Verantwortungsbewusstsein, gute körperliche Kondition, Wetterfestigkeit

Jeder Pferdebesitzer möchte grundsätzlich genauestes über den Zustand des Pferdes in Kenntnis gesetzt werden. Die Betreuung und Beratung der Zweibeiner ist daher ebenso wichtig wie die Arbeit am Vierbeiner. Entsprechendes Einfühlungsvermögen ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Ebenso sollte ein Hufschmied körperlich fit und vor allem auch wetterfest sein.

Im übertragenen Sinne wird man als Hufschmied sogar tagtäglich zu seines eigenen Glückes Schmied. Nachdem das Pferdebeschlagen ursprünglich von den Römern erfunden wurde, entwickelte sich das Hufeisen bei fast allen Völkern zum Glücksbringer. Grund: Es verleiht dem edlen Tier einen wertvollen Schutz.

Informatik-  und Kommunikationsberufe hoch im Trend

Etliche, ganz alltägliche Branchen verzeichnen zunehmend grosse Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen zu besetzen, weil sich kaum Jugendliche für ihre Berufe interessieren. Im Kanton Aargau sind vor allem die Bereiche Bau, Gebäudetechnik oder Metall/Maschinen davon betroffen. Mit anderen Worten: Tätigkeiten, bei denen man dreckig wird und körperlich anstrengende Arbeit ausführen muss. Dagegen liegen Informatik- und Kommunikationsberufe oder KV-Ausbildungen hoch im Trend.

Angebotsüberschuss fördert Freiheit der Berufswahl

Der Grund, dass weniger Jugendliche eine Lehrstelle suchen, ist nicht etwa das Desinteresse, sondern die allgemeine demografische Entwicklung. Seit drei Jahren verlassen immer weniger Jugendliche die Volksschule, während das Angebot an Lehrstellen stabil bleibt. Dank diesem Angebotsüberschuss fördert dies die Freiheit der Jugendlichen bei der Berufswahl. Für die Unternehmen jedoch wird die Situation zum Problem. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Lehrlinge zu finden.

Intergration: Zukunft statt Herkunft

„Zukunft statt Herkunft“

Ob in der Lastwagenwerkstatt, in der Fensterfabrik, beim Elektroinstallateur, beim Bäcker/Konditor: Sie bilden Lehrlinge aus? – Bravo und herzlichen Dank! Lehrbetriebe tragen viel zur Integration von Jugendlichen bei. Das gilt ganz besonders, wenn auch Jugendliche ausländischer Herkunft eine Chance bekommen. «Zukunft statt Herkunft» zeigt auf, dass sich faire Auswahlverfahren für die Zukunft der Betriebe in unterschiedlichsten Branchen sowie für die Volkswirtschaft lohnen.

Chancengleichheit bei der Lehrstellensuche

Für Jugendliche ausländischer Herkunft ist es für die Integration besonders wichtig, eine Lehrstelle zu bekommen. Ihre Situation stellt eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft dar. Grosse Hoffnungen ruhen hier auf den Lehrbetrieben. Diese können viel zu guten Zukunftsperspektiven für Jugendliche ohne Schweizer Wurzeln beitragen: Mit einem Selektionsverfahren, das allen eine faire Chance gibt, das auf die Zukunft statt auf die Herkunft setzt.

Ungerechtfertigte Vorurteile über Bord werfen

Wer Lehrlinge ausbildet, muss sich immer auch für eine/n Bewerber/in entscheiden. Und damit gegen viele andere. Vieles spielt bei der Selektion mit: Frühere Erfahrungen, Leistungskriterien, Erwartungen, berechtigte oder unberechtigte Vorbehalte, aber auch das Bauchgefühl. Viele Betriebe machen gute Erfahrungen damit, wenn sie ihre Lehrlingsauswahl systematisch angehen.

Bei gleichen schulischen Leistungen haben Schweizer Jugendliche eine viermal bessere Chance auf eine Lehrstelle als ihre ausländischen Kolleginnen und Kollegen. Es ist wissenschaftlich widerlegt, dass die Probleme der ausländischen Jugendlichen bei der Lehrstellensuche mit «schulischen Defiziten» erklärt werden können! Vorurteile gegenüber gewissen Ausländergruppen (v.a. Jugendliche aus dem Balkan und Ex-Jugoslawien) spielen eine grosse Rolle.

Romandie beim Auswahlverfahren fairer als die Deutschschweiz

Ausländische Jugendliche stehen fälschlicherweise unter Verdacht, im Betrieb spezielle Probleme zu verursachen und haben deshalb bei gleichen Schulleistungen mehr Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden. Dabei widerspiegeln Schulnoten und Schultypen die effektiven Schulleistungen nur sehr ungenau. Ein genaueres Hinschauen lohnt sich deshalb bei Bewerbungen. Der Schultyp wird dem Leistungspotenzial von Jugendlichen oft nur ungenügend gerecht.

Diskriminierung aufgrund des Namens

Es findet oft eine Diskriminierung auf Grund des Namens statt. Die Wirtschaft verzichtet ihrerseits freiwillig auf das grosse Potenzial dieser Jugendlichen. Auch wenn die Rezession den prognostizierten Fachkräftemangel etwas verlangsamt, wird die Wirtschaft  in allen Branchen bald stark auf gut ausgebildete junge Fachkräfte angewiesen sein. Erst wenn ein Betrieb keinen Schweizer finden kann, nimmt er auch einen Lehrling mit Migrationshintergrund. Interessanterweise wird auch festgestellt, dass die Auswahl zum Vorstellungsgespräch in der Romandie deutlich fairer abläuft als in der Deutschschweiz.

Als Lehrling einmal "fremdgehen"

Ein Arbeitsplatztausch macht die Betroffenen selbstständiger
Die Sommerferien, auch "grosse Ferien" genannt, sind der grösste zusammenhängende Zeitraum an unterrichtsfreier Zeit für Schüler und Lernende.
Bis zum 20. Geburtstag haben Lehrlinge Anspruch auf mindestens fünf Wochen Ferien im Jahr. Nehmen sie ausserhalb der Schulferien frei, dürfen sie die Schule nicht schwänzen. Die Schultage gelten aber auch nicht als bezogene Ferientage.
 

Sommerferien-eher schlechte Karten für Lehrlingsaustausch

Bekanntlich ist es nie zu früh, an die Sommerferien zu denken. Doch schönste, bunt ausgemalte Ferienträume können bei knapper Kasse oft wie eine Seifenblase vorschnell zerplatzen. – Wie wäre es unter diesen Umständen, als Lehrling ganz einfach einmal  unter dem Jahr „fremdzugehen“?  Noch während der Lehre Berufserfahrung in anderen Betrieben zu sammeln, ist wertvoll. Und ganz einfach – sogar im Ausland. Der Fairness halber sei hierzu angemerkt, dass ein Lehrlingsaustausch während der Sommerferien kaum umsetzbar ist. Denn da haben viele Betriebe entweder Ferien oder einen dezimierten Personalbestand. Das macht es etwas schwierig für einen Austauschlehrling.

Ob als Student, Berufstätiger, Schüler oder Familie – fast jeder möchte gerne einmal in der warmen Jahreszeit verreisen und eine gute Portion Sonne tanken. Aber auch Reiseziele im Norden sind im Sommersemester sehr beliebt, denn die Sommermonate versprechen meistens die stabilste Wetterlage. 

Arbeitsplatztausch macht reifer und erfahrener

Was bei Studenten oder auch bei Gymnasiasten alltäglich ist – sprich ein Austauschjahr in einer anderen Gegend der Welt –, ist für Absolventen einer Berufslehre noch die grosse Ausnahme. Und dies, obwohl es seit Jahren etliche Programme gibt, die den Austausch mit einem anderen Betrieb arrangieren. «Es fehlt schon am Wissen, dass solche Programme überhaupt existieren», erklärt Marianne Dobler-Müller (55), Initiantin und Organisatorin des Programms Visite – Lernende besuchen Lernende. Dabei ist ein solcher Arbeitsplatztausch im Ausland für die Bewerbungsmappe später nur förderlich.

Mehrsprachigkeit wichtige Voraussetzung in globalisiertem Arbeitsumfeld

Die Lernenden sind nach einem solchen Austausch selbstbewusster und reifer. Sie können danach meist offener kommunizieren. Und vor allem kann festgestellt werden, dass es für Austauschlernende einfacher ist, nach der Lehre eine Stelle zu finden. In vielen Gesprächen mit Firmen und Organisationen zeigt es sich, dass die Mehrsprachigkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen im globalisierten Arbeitsumfeld darstellt. Lehrabsolventen mit guten Fremdsprachenkenntnissen haben einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt.

Weitere Infos: Austauschprogramm «Visite − Lernende besuchen Lernende», organisiert von Rotary Schweiz-Liechtenstein –  http://www.visite.ch/

Kein Bammel vor Vorstellungsgesprächen

Kein Bammel vor Vorstellungsgesprächen

Fünf Tipps und Tricks, die Nervosität zu überlisten
Viele Lernende im Abschlussjahr verspüren einen schweren Klumpen im Magen, wenn sie nur schon einen Gedanken an das bevorstehende Vorstellungsgespräch verlieren. Dabei führen bei Berufseinsteigern in aller Regel nur 10 bis 15 Prozent der abgeschickten Bewerbungen zu einer Einladung. Wer demzufolge zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hat bereits den ersten entscheidenden Erfolg erzielt.

 

Pünktlichkeit als beste Visitenkarte

Plane genug Zeit für den Weg ein, nimm lieber einen früheren Zug oder fahre eine Stunde früher los. Wegbeschreibungen und Pufferzeiten für Staus und Zugverspätungen solltest  du ebenso einkalkulieren. Sollte sich dennoch eine Verspätung abzeichnen, dann rufe im Unternehmen an und sage Bescheid. Also: Handy nicht vergessen und vor allem nicht die richtige Telefonnummer!

Gegenseitiges Abtasten – vertraut mit eigenem Bewerbungsdossier
Natürlich musst du damit rechnen, "gescannt" zu werden.  Personalverantwortliche fragen oft, welche berufliche Grund- oder Weiterbildung man macht und wo man aktuell arbeitet, um zu sehen, ob der Bewerber die Muss-Kriterien erfüllt. Gut ist es, Lebenslauf, Zeugnisse und das Stelleninserat parat zu halten.

Manche Fragen stammen aus dem Standardrepertoire für Vorstellungsgespräche: Warum glauben gerade Sie, auf diese Stelle zu passen? Welche Schwächen haben Sie? Ziel ist es nicht, bedeutungsschwere Statements zu sammeln, sondern Motivation und Kommunikationsfähigkeit des Stellenbewerbers zu testen. Spontane, offene Antworten bringen am meisten – und helfen, beruflich "Anschluss unter dieser Nummer" zu finden.

Zum Detektiv werden bei der Unternehmensrecherche

Schon die halbe Miete beglichen hat ausserdem, wer sich umfassend über das einladende Unternehmen informiert hat: Wie ist es aufgestellt? Wo sind die wichtigsten Märkte? Welche neuesten Entwicklungen gibt es? Wie ist die Unternehmensgeschichte? Auf welche Aspekte wird besonderes Gewicht gelegt?

Selbstbewusstes Auftreten

Nach erfolgreichem Lehrabschluss kann der frisch gebackene Berufsmann oder die frisch gebackene Berufsfrau etwas vorweisen. Wichtig ist es zu zeigen, dass man genau die richtige Person für die ausgeschriebene Stelle ist, und nicht irgendein Bittsteller, der verzweifelt nach einer Einkommensquelle ist. Es kann hilfreich sein, sich beim Beschreiben seiner Stärken imaginär ein markantes Tier – beispielsweise einen brüllenden Löwen – vorzustellen. Oder nimm einen Bleistift in die Hand, um dir während des Gesprächs Notizen zu machen. Damit verliert sich das durch Nervosität auftretende Zittern der Hände.

Keine Ungeduld zeigen bei der Lohnfrage
Bestimmte Details wie die Höhe des Lohns oder der Ferienanspruch klären sich frühestens im Vorstellungsgespräch – und selbst dort solltest du sie nicht als Erster ansprechen. Der Personalverantwortliche kann meist auch nicht sagen, wann das Selektionsverfahren definitiv abgeschlossen sein wird.

Lehrstellenmarkt: „Null Bock“ auf Handwerkerlehre

Lehrstellenmarkt: „Null Bock“ auf Handwerkerlehre

CRC. Die Tendenz der letzten Jahre zeigt sich kaum verändert: Das Angebot an offenen Lehrstellen im verarbeitenden Gewerbe übertrifft die Nachfrage der Schulabgänger. 8500 Lehrstellen waren so Ende August 2015 noch nicht besetzt. Ein Grossteil der Jugendlichen bevorzugt den Übertritt an höhere Schulen, fokussiert sich auf eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich oder wählt eine Zwischenlösung.

Um die Problematik auf den Punkt zu bringen: Nicht alle Lehrgänge mit handwerklichem Hintergrund sind beliebt. Bleiben motivierte Jugendliche jedoch trotzdem auf der Strecke, hat dies meist den einen Grund: Wer zu wenig genug qualifiziert ist, bekommt keinen Lehrvertrag. In den Branchen Büro und Informationswesen, Druck, Design und Kunstgewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Informatik übersteigt die Nachfrage das Angebot an Lehrstellen. Umgekehrt übertrifft das Lehrstellen-Angebot die Nachfrage etwa im Baugewerbe, bei Dienstleistungen, in der Landwirtschaft, im verarbeitenden Gewerbe und im Verkauf. Zusammengefasst will das heissen: Angebot und Nachfrage sind in vielen Fällen nicht deckungsgleich.

Um jeden Preis ans Gymi, auch mit schwachem Lernniveau

Heute streben auch Schüler ans Gymi, die das geforderte Niveau nur mit Mühe er­reichen. Diese fehlen dann in den Lehrbetrieben. Viele Eltern und Lehrer haben noch nicht verinnerlicht, dass der Nachwuchs mit einer Lehre und Fachhochschulausbildung bessere Berufschancen hat als mit einer akademischen Laufbahn. Gleichwohl ist festzustellen: Kleinere Betriebe bilden immer seltener Berufsmaturanden aus. Argumentiert wird dies damit, dass Auszubildende, welche berufsbegleitend die Berufsmatura absolvierten, zu oft am Arbeitsplatz fehlen würden. Dabei ist die Berufsmatura gerade für Jugendliche geeignet, die Berufspraxis mit einer guten Allgemeinbildung verbinden wollen.  „Ich finde es super, dass ich nicht nur die Matura haben, sondern auch einen tollen Beruf“, resümiert eine Fachfrau für Gesundheit mit Matura.

Der Stift fehlt zwei Tage pro Woche

Eine Initiative des Staatssekretariats für Bildung will die Berufsmatura fördern; vor allem das integrierte Modell BM1 soll wieder attraktiver werden: 18 Prozent der Stifte sollen eine Berufsmatura machen – drei Prozent mehr als heute. Gefordert sind die Ausbildungsfirmen. Laut Lehrstellenbarometer geben 60 Prozent von ihnen an, sie bildeten Berufsmaturanden aus. Tatsächlich tut das nur etwa jeder fünfte Lehrbetrieb. Ein Gros der Betriebe ist gegen eine Akademisierung. Ihr Bestreben ist es, mit ihren Lehrstellen den Berufsnachwuchs zu fördern und zu qualifizierten Berufsfachleuten auszubilden.

Gesundheitsförderprojekt: Rauchfrei ist cool

Das von der Lungenliga Schweiz initiierte Projekt „rauchfrei in die Lehre“ wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Die Anmeldeplattform für das Jahr 2016/2017 ist ab Sommer 2016 eröffnet (www.1-lehrjahr-rauchfrei.ch). Die Teilnehmenden verpflichten sich während ihres ersten Lehrjahres auf jeglichen Tabakkonsum zu verzichten (Zigaretten, Cannabis, Wasserpfeife, Schnupftabak, Snus usw.). Darunter fällt auch die E-Zigarette. Die Einhaltung der Vereinbarung wird mit Kohlenmonoxid-Tests überprüft. Lernende können eine kostenlose Rauchberatung in Anspruch nehmen.

Prävention – ein Schlagwort, das oft für hitzige Köpfe sorgt

Prävention bezeichnet in aller Regel Massnahmen, die auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sind. Dabei stellen die Initianten richtig, dass die „Rauchfrei-Präventionskampagne“ keine Bevormundung sein soll, sondern vielmehr eine Hilfestellung für die Bevölkerung, um auf bestimmte Risiken für die Gesundheit aufmerksam zu machen und diese zu verringern.

Stress und Gruppendruck begünstigen den Einstieg ins Rauchen

Dass die Lungenliga ihre Kampagne gerade auf die Lehrjahre fokussiert, hat gute Gründe: Der Startschuss zu einer jahrelangen Raucherkarriere fällt meistens in diese Zeit. Statistiken zeigen es auf: Der Anteil rauchender Jugendlicher nimmt in der Übergangsphase von der Schule in die Lehre zu. Dies, weil der Übertritt ins Erwerbsleben, Stress und Gruppendruck den Einstieg ins Rauchen begünstigen. Daher ist Tabakprävention in diesem Alter enorm wichtig. Wer mit 18 noch rauchfrei ist, wird es mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit sein ganzes Leben lang bleiben.

Gesund sein und darob noch Geld sparen

„Man tut etwas für die Gesundheit, riecht nicht nach Rauch und spart erst noch Geld“, so das Statement von Teilnehmern, die bereits im Vorjahr mitgemacht hatten. „Auf alle Fälle sind wir stolz, bereits ein ganzes Jahr rauchfrei durchgehalten zu haben.“

Rauchfrei in die Berufslehre starten

  • 208 Betriebe mit mehr als 800 Lernenden beteiligen sich im Lehrjahr 2015/2016 am Projekt
  • Sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit rauchfrei zu bleiben das erklärte Ziel
  • Rauchverhalten zeigt Auswirkungen auf Präsenz am Arbeitsplatz
  • Mehr Biss bei aktiver sportlicher Betätigung ohne Zigikonsum
  • Gedankengut „Nichtrauchen ist cool“ fördern und unterstützen

Wie gehe ich mit schwierigen Vorgesetzten um?

„Mein Chef ist sehr impulsiv, pingelig und unberechenbar!“, klagt ein Auszubildender seinem Berufsschulkollegen. „Bei jeder Arbeit findet er das berühmte Haar in der Suppe. Meine Motivation liegt längst im Keller.“

Lehrjahre sind bekanntlich keine „Herrenjahre“. Problemsituationen im Umgang mit Vorgesetzten können vor allem für Auszubildende sehr belastend und demotivierend sein. Der Arbeitsalltag wird für Betroffene zur Hölle, vor allem dann, wenn sie erst am Anfang ihrer drei- oder vierjährigen Lehrzeit stehen.

Im Schnitt hat jede zehnte Führungskraft psychopathische Züge, sagen Experten. Vorgesetzte und Lehrlingsbetreuungspersonen mit diesen Eigenschaften verunsichern nicht nur ihr Team, sondern erst recht die Lernenden. Um diesen Druck auszuhalten, verbünden sich einige mit dem Chef. Doch dadurch werden die Opfer zu Mittätern.

Innere Distanz bewahren hilft

Es ist leichter gesagt als getan. Doch mit ein wenig Ruhe und Übung lässt sich die Launenhaftigkeit des Chefs studieren. Im Verlaufe der Zeit erkennt man eine „aufziehende Gewitterwolke“ und lernt entspannter damit umzugehen. Wichtig für die Auszubildenden: Auch wenn der Chef wieder mal unausstehlich ist, Respekt ist und bleibt die beste Grundlage für die gute Zusammenarbeit.

Konfliktprotokoll führen

Hilfreich kann es sein, mit persönlichen Notizen zu dokumentieren, welche wiederkehrenden Verhaltensweisen des Vorgesetzten den Arbeitsfluss einschränken und belasten. Im Gegenzug dürfen Auszubildende keine Scheu zeigen und bei ungenauen Anweisungen des Chefs genauer nachzufragen oder diese schriftlich geben zu lassen.

Vorgesetzte sind auch nur Menschen …

Oft ist der Vorgesetzte bloss überarbeitet und gestresst. Wenn er jedoch gar nicht mit sich reden lässt, ist es ratsam, von dritter Seite Hilfe beizuziehen. Sei dies nun bei einem Mitarbeitervertreter oder den Eltern. Bei völlig aussichtsloser Situation bleibt immer noch die Möglichkeit, sich über die rechtlichen Grundlagen beim Kantonalen Berufsbildungsamt zu informieren.

www.die-lehrstelle.ch

Das Portal Website www.die-Lehrstelle.ch listet seit Herbst 2011 neue Lehrstellen aus fast allen Branchen und aus fast allen Kantonen der Schweiz auf. Jugendliche informieren sich auf dieser Plattform über die offenen Lehrstellen. Unzählige Firmen haben seit dem Start ihre offenen Lehrstellen Jahr für Jahr auf dieser attraktiven Plattform ausgeschrieben.

Karriere auf dem Laufsteg – ein Traum auf dünnen Beinen

CRC. Der Modelberuf verspricht Glamour und Abenteuer. Unzählige junge Frauen wollen modeln. Für eine Karriere auf dem Laufsteg und vor der Kamera nehmen sie Stress, Ausbeutung bis hin zum Magerwahn in Kauf. Elementare Voraussetzungen für diesen  schönen Mädchentraum sind denn vorweg die richtigen Masse, viel Glück – und eine grosse Portion Besonnenheit.

Models wecken Emotionen. Doch der Modelberuf ist ein hartes Geschäft; die körperlichen Anforderungen sind extrem. Reisen, Jetlag, lange Shootings – und all dies mit einem Körper, der über keine Reserven verfügen darf. Die Topmodels sind denn auch nicht schlank, sondern sehr schlank. „Man kann eigentlich nie zu dünn sein“, umschreibt es das Berner Model Julia Saner. Nachdem sie neun Monate durchgearbeitet habe, brauche sie nun dringend eine Pause. Julia Saner ist eine der wenigen jungen Frauen, die die Voraussetzungen haben, um in diesem Geschäft erfolgreich zu sein. Ein Grossteil ihrer Mitstreiterinnen macht ganz andere Erfahrungen. Die Urteile der Modelagenturen fallen manchmal ziemlich niederschmetternd und vernichtend aus: zu massiger Kopf, zu kurze Beine, schlechte Haut. Keine Chance.

Von 90-60-90 noch knapper zu 80-60-90

„Die hier sind perfekt“, stellt die Chefin einer Zürcher Modelagentur fest und legt ein paar Polaroids auf den Tisch. – Die Mädchen auf den Bildern haben feingliedrige Körper, lange Hände und schlanke Fesseln. Keinerlei Kurven, kaum Busen. Mädchen eben, keine Frauen. Die Körper sind nicht schön, sondern aussergewöhnlich lang und dünn. Von den einstigen Traummassen 90-60-90 für Brust, Taille und Hüfte sind nur noch 80-60-90 übrig geblieben. Die Haute Couture ist obenherum noch knapper geworden. Geblieben ist die Grösse: gern 1,80 Meter oder mehr. Der vielbeklagte Magerwahn?  

In einer Konsumgesellschaft muss man manchmal Opfer bringen

Die Modebranche scheint diesbezüglich ihre eigenen Massstäbe zu haben. 2006 starben zwei südamerikanische Models an Unterernährung: Die Uruguayerin Luisel Ramos brach bei einer Modeschau tot zusammen. Die Brasilianerin Ana Carolina Reston starb im Spital an Organversagen. Mit 1,74 Metern und 40 Kilogramm war ihr Körper zu ausgemergelt und schwach, um sich gegen eine einfache Infektion wehren zu können. Stardesigner Wolfgang Joop erklärte darauf in einem Interview: „Wir leben nun mal in einer Konsumgesellschaft, wo der Konsum regiert. Da muss man manchmal Opfer bringen.“

Nicht nur körperlich, sondern auch finanziell hoher Preis

Nicht jede hat die Qualifikationen zum Modeln. Dennoch versuchen junge Mädchen alles, um als Model arbeiten zu können. Viele bezahlen für ihren Traum nicht nur körperlich, sondern auch finanziell einen hohen Preis. Vor der definitiven Aufnahme muss der Betrag von 600 Franken cash bezahlt werden, heisst es in einer Auflistung der Abzüge, die die Zürcher Time Model Agency einer Studentin zusammen mit ihrem Vertrag zugestellt hat. Darin enthalten sind die Kosten für Internetauftritt, Fotobücher und Bearbeitung der Sedcards (Bewerbungsunterlagen der Models). Ein Testshooting kostete weitere 500 Franken. Nach ein paar Monaten wurde ihr auch noch ein Catwalk-Kurs für 750 Franken verordnet.

Gebühren von mehreren hundert Franken für den Einstieg ins Modelgeschäft sind in dieser Branche gang und gäbe und nichts Aussergewöhnliches. Die Verträge sind auch in weiteren Punkten oft sehr nachteilig für die Models. Und gleichwohl: Der Ansturm auf Modelagenturen hält ungebrochen an, der Traum vom Modelberuf auf dünnen Beinen platzt jedoch für viele nur allzu leicht wie eine Seifenblase .

www.die-lehrstelle.ch

Das Portal Website www.die-Lehrstelle.ch listet seit Herbst 2011 neue Lehrstellen aus fast allen Branchen und aus fast allen Kantonen der Schweiz auf. Jugendliche informieren sich auf dieser Plattform über die offenen Lehrstellen. Unzählige Firmen haben seit dem Start ihre offenen Lehrstellen Jahr für Jahr auf dieser attraktiven Plattform ausgeschrieben.

Mit Brückenangeboten die Zukunft im Sack?

CRC. Sind die Noten ungenügend oder möchte der Jugendliche später eine weiterführende Schule besuchen, ist eine allgemeine schulische Weiterbildung von Vorteil. „Sprachaufenthalte sind in dieser Situation nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Die Jugendlichen sollten sich lieber auf die Kernfächer Mathematik und Deutsch konzentrieren“, so der Rat der Berufsberaterin. Etwa ein Drittel der Kantone verlangt fürs 10. Schuljahr respektive für Brückenangebote ein teures Schulgeld.

Keine Lehrstelle gefunden, die Gymiprüfung verpatzt – „ab ins 10. Schuljahr!“, lautet in dieser Situation oftmals die Devise.- Viele Schulabgänger haben zunehmend Mühe mit der Arbeitshaltung und es gibt vermehrt Schüler mit Ausbildungslücken. Jugendliche sollten früh eine schulische Zwischenlösung ins Auge fassen, wenn sie noch keine Lehrstelle gefunden haben. Wer sich in der Berufswahl sicher ist, sollte sich auch dann weiterbewerben, wenn er oder sie sich schon für eine Brückenlösung angemeldet hat.

Unschlüssig in der Berufswahl oder Schwierigkeiten bei Lehrstellensuche?

Andere Jugendliche sind in ihrer Berufswahl unentschlossen oder sind vielleicht bei der Lehrstellensuche auf Schwierigkeiten gestossen. Wiederum andere müssen ein Jahr älter werden, bevor sie eine Ausbildung antreten können. Oder sie müssen eine bestimmte Vorbildung absolvieren, bevor sie mit der Ausbildung beginnen können, wie z. B. einen Vorkurs für gestalterische Ausbildungen. Gefragt sind da Brückenangebote, die zielgerichteter aufs Berufsleben vorbereiten. Es braucht Anschlusslösungen, die nicht nur einen schulischen, sondern auch einen praxisorientierten Teil bieten. Und es sei an dieser Stelle auch gleich vorweggenommen: Die kindliche Vorstellung vom Traumberuf lässt sich nur in den wenigsten Fällen umsetzen.

Nicht nur schulische, sondern auch praxisorientierte Module

Die Zeit drängt, da manche Angebote schnell ausgebucht sind und die Situation durchaus etwas „kompliziert“ werden könnte. „Kompliziert“ kann alles Mögliche heissen: eine Zwischenlösung beispielsweise bis zum erforderlichen Alter von 18 Jahren für eine Ausbildung im Gesundheitswesen, eine sogenannte „Vorlehre“, der Übergang als Hilfskraft in den Arbeitsmarkt – oder eben als ideale Berufsvorbereitung ein 10. Schuljahr.

Selbstständiges Arbeiten, soziales Verhalten, logisches Denken

Beim 10. Schuljahr können die Schüler neben den Kernfächern Wahlfächer bestimmen, welche die Vorbereitung auf eine bestimmte Berufsrichtung unterstützen, obwohl das 10. Schuljahr nicht als eigentliche Berufswahlklasse bezeichnet werden kann. Sprachliche Kompetenzen werden verbessert sowie mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen vertieft. Das Schuljahr bietet den Schülern auch die Möglichkeit, eine qualifiziertere Berufslehre zu absolvieren. Auch weitere Kenntnisse und Fähigkeiten wie zum Beispiel selbstständiges Arbeiten, soziales Verhalten, logisches Denken oder die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen werden häufig im 10. Schuljahr vermittelt. Das 10. Schuljahr ist also eine echte Alternative zu einer sofortigen Berufslehre und so nicht nur eine Notlösung für Schüler, die keine Lehrstelle finden. Dazu müssen die Erziehungsberechtigten allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen, um diese Zwischenlösung zu finanzieren.

www.die-lehrstelle.ch

Das Portal Website www.die-Lehrstelle.ch listet seit Herbst 2011 neue Lehrstellen aus fast allen Branchen und aus fast allen Kantonen der Schweiz auf. Jugendliche informieren sich auf dieser Plattform über die offenen Lehrstellen. Unzählige Firmen haben seit dem Start ihre offenen Lehrstellen Jahr für Jahr auf dieser attraktiven Plattform ausgeschrieben.

Lernen macht zufrieden und glücklich

CRC. Die Vereinten Nationen haben die Schweiz diesen Frühling zum glücklichsten Land der Welt gekürt. Sie kommen zum Schluss, dass glückliche Menschen länger und gesünder leben, produktiver sind, mehr verdienen und Krisen besser meistern können. Aus dem Bericht geht hervor, dass Arbeit und Lernen viel zur persönlichen Zufriedenheit beitragen.

Normalerweise sind Lernende zwischen 16- und 19-jährig. Wolfgang Kugler, Walter Lanz und Veronika Meyer sind um Jahrzehnte älter. Gehören sie deshalb auf dem Weg ihrer Zweitausbildung bereits in die Kategorie „altes Eisen“? Von den über 230‘000 Menschen in einer beruflichen Grundausbildung waren beispielsweise im Schuljahr 2011/2012 nur gut 2 Prozent über 30 Jahre alt. Marco Graf vom Laufbahnzentrum Zürich rät grundlegend auch keinem über 40-Jährigen zu einer Lehre. „Die Lebens- und Berufserfahrung eines „Ü 40“ rechtfertigt nur in Ausnahmefällen das tiefe Einkommen während der mehrjährigen Ausbildung“, so sein Fazit. „Gleichwohl ist natürlich ein älterer Lehrling in jedem Falle ein Gewinn für den jeweiligen Betrieb.“

Dreifache Mutter als „Klassenmami“ – offen für Sörgeli und Nöte ihrer Klassenkameraden

Die 48-jährige, angehende Podologin Veronika Meyer erinnert sich schmunzelnd an die Reaktion ihrer Mitschüler, als sie am ersten Schultag das Klassenzimmer betrat: „Was will diese alte Schachtel nur hier bei uns?“ Doch diese Vorbehalte verschwanden schnell. Bald wurde die dreifache Mutter von ihren Kameraden als „Klassenmami“ wahrgenommen. Veronika Meyer spürt aber, dass sie einen grösseren Aufwand betreiben muss als ihre Klassenkameradinnen im Teenager-Alter. „Ich war so viele Jahre nicht an der Schule und wusste zunächst gar nicht mehr, wie man richtig lernt.“

Mit 56 bislang ältester Lehrling

Wolfgang Kugler zählt mit seinen 56 Jahren wohl zu den bislang ältesten Lehrlingen der Schweiz. Diesen Sommer absolvierte er seine Lehrabschlussprüfung als Sanitär. Seine grosse Leidenschaft sind Kunst und Kultur. Er liebt das Politisieren, das Musizieren und das Schreiben. Seine Berufswahl scheint angesichts seiner Person so ein Widerspruch. Der zweifache Vater träumte ursprünglich von einer Karriere als Musiker oder Schriftsteller. „Realistisch gesehen war es nicht möglich, damit genug Geld zu verdienen“, sagt er. Sein satirischer Bildband im eigenen Verlag habe sich nur harzig verkauft. Der Liebe wegen ist der Wiener vor 10 Jahren in die Schweiz gezogen.

Erst Jurist, dann Schreiner …

Für Walter Lanz gibts kein Entweder – Oder. Und so hielt sich der heute 71-Jährige auch im Berufsleben an sein Credo. Schon immer mochte er es, mit den Händen zu arbeiten. Etwas zu produzieren, bei dem er am Abend weiss, was er geleistet hat. Gleichzeitig wollte er seinen Kopf benutzen. „Hätte ich wählen können, ich wäre am Morgen ins Büro gegangen – und den Nachmittag hätte ich an der Hobelbank verbracht“, blickt der aufgestellte Senior auf sein Arbeitsleben zurück. Und diesen Wunsch setzte er einiges Tages in die Tat um. Nach Wirtschaftsstudium, Doktorpromotion und einer selbstständigen Tätigkeit als Wirtschaftsjurist begann Walter Lanz mit 45 eine Lehre als Möbelschreiner. Sein Umfeld reagierte zum Teil überrascht, bewunderte seinen Mut. Andere waren irritiert, konnten nicht verstehen, wie er seine erfolgreiche Karriere einfach aufgeben konnte.

Doch um diese eine gemeinsame, wunderbare Erfahrung reicher sind alle drei: Seit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Zweitausbildung sind sie rundum glücklich und zufrieden. Gestützt auf die Studie der Vereinten Nationen leben Wolfgang Kugler, Walter Lanz und Veronika Meyer ja auch im glücklichsten Land der Welt.

 

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Das Portal Website www.die-Lehrstelle.ch listet seit Herbst 2011 neue Lehrstellen aus fast allen Branchen und aus fast allen Kantonen der Schweiz auf. Jugendliche informieren sich auf dieser Plattform über die offenen Lehrstellen. Unzählige Firmen haben seit dem Start ihre offenen Lehrstellen Jahr für Jahr auf dieser attraktiven Plattform ausgeschrieben.