4 Tipps: Arbeit und Lehrbetrieb, Schule, Freizeit: Wie bringe ich alles unter einen Hut?

Mit dem Beginn einer Berufsausbildung verändert sich das Leben. Man hat nicht mehr so viel Zeit, wie während der Schule und verbringt fünf Tage in der Woche mind. während 8,5 Stunden im Lehrbetrieb. Ausserdem erlernt man jeden Tag neue Dinge hinzu. Scheinbar unendlich viel Wissen muss man sich in der Berufsschule aneignen. Dazu kommen die Hausaufgaben und irgendwann möchte man die Freizeit geniessen. Wie bringt man das alles unter einen Hut? Wie lade ich die Batterien neu? Wir haben vier Tipps zusammengestellt, die dir bei der Umstellung helfen sollen.

1.Teile dir deine Zeit ein

Ein einfach klingender Tipp, den du wahrscheinlich schon 1000 Mal gehört hast. Aber: Du musst dir einfach überlegen, wann du was anpacken willst. Während deiner gesamten Lehrzeit musst du versuchen, etwas weiter zu planen als dies während der Schulzeit der Fall war. Du bist jetzt alleine verantwortlich für deine Zeit, nutze sie gut.

2. Dein Lehrbetrieb hilft dir – DU musst aber fragen

Wenn du Probleme in der Berufsschule hast oder mit einer Arbeit einfach nicht weiter kommst, musst du dich frühzeitig an deinen Berufsbildner wenden. Auch ältere Lernende, die das erste Jahr bereits absolviert haben und den Stoff kennen, können helfen. Je früher du fragst, desto eher findest du eine Lösung für allfällige Probleme.

3. Du kannst nicht auf jeder Party tanzen

So schwer es auch fällt, manchmal muss man vernünftig sein und eine Tanznacht auslassen. Partys gibt es viele im späteren Leben, aber bei einer Prüfung gibt es nicht endlos viele Chancen. Die Freude über eine gute Note ist bestimmt grösser, als jene über den morgigen Kater, oder? ;o)

4. Nimm dir Zeit für dich

Es gibt bestimmt Tage oder Wochen, da wächst dir alles über den Kopf. Genau in solchen Augenblicken ist es umso wichtiger, dass du dir etwas Gutes tust. Sei es mit Sport, Freunde treffen oder einem einfachen Entspannungsbad. Um gute Entscheidungen zu treffen oder Energie zu tanken, braucht es entspannende Momente.

Wichtiger denn je: Aneignung von Schlüsselqualifikationen

Fachwissen allein reicht nicht mehr. Wer im Job vorankommen will, muss teamfähig und belastbar sein und organisieren können. Wer Stellenanzeigen in Tageszeitungen oder im Internet studiert, merkt es schnell: Es genügt heute nicht mehr, nur „vom Fach“ zu sein, sprich eine Berufsausbildung oder ein Studium vorweisen zu können. Gefordert sind auch sogenannte Schlüsselqualifikationen.

Die Anforderungen an die Unternehmen, ihre Mitarbeiter, aber auch an die gesamte Gesellschaft steigen. Neuste Technik ist heute für jedes Unternehmen weltweit verfügbar. Aber wie werden die dringend benötigten Fach- und Führungskräfte heran- und ausgebildet? Gefordert sind sogenannte Schlüsselqualifikationen, also fach- und positionsübergreifende Fähigkeiten wie Teamgeist, Stressresistenz oder Organisationsvermögen. Häufig wird dafür der Begriff Soft Skills verwendet. Er fasst die „weichen“ Fähigkeiten und das „harte“ Fachwissen zusammen. Schlüsselkompetenzen stehen hoch im Kurs.

„Arbeiterlosigkeit“ löst den Begriff „Arbeitslosigkeit“ ab

Mit Blick auf die demografische Entwicklung wird sich neben dem allgegenwärtigen Begriff „Arbeitslosigkeit“ vermutlich der Begriff „Arbeiterlosigkeit“ im Sinne von „Mangel an qualifiziertem Personal“ bald stärker etablieren. Das bedeutet für jeden Einzelnen, sich ständig neue Kompetenzen anzueignen, um Einfluss auf den eigenen beruflichen und privaten Lebensweg zu nehmen. Eine gute Ausbildung ist das A und O für eine erfolgreiche Zukunft. Für die Lehrbetriebe heisst das, den Auszubildenden umfassendes Wissen und das sichere Beherrschen ihres Handwerks zu vermitteln. Die Lernenden sollen von Anfang an in den Beruf „einsteigen“ und voll mit anpacken.

Ausdauer und Lernbereitschaft wichtige Voraussetzungen

Die Vermittlung der fachlichen Kompetenz reicht dabei nicht mehr aus. Zu fachlicher Kompetenz muss noch eine andere Form der Qualifikation kommen: Sogenannte Handlungskompetenzen wie Persönlichkeitskompetenz, Methodenkompetenz oder Kommunikationskompetenz werden immer wichtiger. Dazu gehören die Fähigkeit, im Team zu arbeiten, Eigeninitiative, Probleme selbstständig erkennen und lösen, Ausdauer und Lernbereitschaft sowie seine Zeit gut einzuteilen.

Schlüsselqualifikationen ein klarer Wettbewerbsvorteil

Beruflicher Erfolg lässt sich an verschiedenen Indikatoren messen: an der erreichten Position, der Verantwortung für Umsatz und Personen, am Einkommen und (als subjektives Kriterium) an der Zufriedenheit mit der beruflichen Situation.

Schon im Bewerbungsverfahren spielen Schlüsselqualifikationen eine wichtige Rolle. Denn die Unternehmen wissen heute genau: Ein Mitarbeiter, der zwar fachlich top, aber nicht in der Lage ist, mit seinen Kollegen im Team zusammenzuarbeiten, bringt Konflikte. Schlüsselqualifikationen sind so gesehen ein klarer Wettbewerbsvorteil, insbesondere in Zeiten der Krise.

Wie gehe ich mit schwierigen Vorgesetzten um?

„Mein Chef ist sehr impulsiv, pingelig und unberechenbar!“, klagt ein Auszubildender seinem Berufsschulkollegen. „Bei jeder Arbeit findet er das berühmte Haar in der Suppe. Meine Motivation liegt längst im Keller.“

Lehrjahre sind bekanntlich keine „Herrenjahre“. Problemsituationen im Umgang mit Vorgesetzten können vor allem für Auszubildende sehr belastend und demotivierend sein. Der Arbeitsalltag wird für Betroffene zur Hölle, vor allem dann, wenn sie erst am Anfang ihrer drei- oder vierjährigen Lehrzeit stehen.

Im Schnitt hat jede zehnte Führungskraft psychopathische Züge, sagen Experten. Vorgesetzte und Lehrlingsbetreuungspersonen mit diesen Eigenschaften verunsichern nicht nur ihr Team, sondern erst recht die Lernenden. Um diesen Druck auszuhalten, verbünden sich einige mit dem Chef. Doch dadurch werden die Opfer zu Mittätern.

Innere Distanz bewahren hilft

Es ist leichter gesagt als getan. Doch mit ein wenig Ruhe und Übung lässt sich die Launenhaftigkeit des Chefs studieren. Im Verlaufe der Zeit erkennt man eine „aufziehende Gewitterwolke“ und lernt entspannter damit umzugehen. Wichtig für die Auszubildenden: Auch wenn der Chef wieder mal unausstehlich ist, Respekt ist und bleibt die beste Grundlage für die gute Zusammenarbeit.

Konfliktprotokoll führen

Hilfreich kann es sein, mit persönlichen Notizen zu dokumentieren, welche wiederkehrenden Verhaltensweisen des Vorgesetzten den Arbeitsfluss einschränken und belasten. Im Gegenzug dürfen Auszubildende keine Scheu zeigen und bei ungenauen Anweisungen des Chefs genauer nachzufragen oder diese schriftlich geben zu lassen.

Vorgesetzte sind auch nur Menschen …

Oft ist der Vorgesetzte bloss überarbeitet und gestresst. Wenn er jedoch gar nicht mit sich reden lässt, ist es ratsam, von dritter Seite Hilfe beizuziehen. Sei dies nun bei einem Mitarbeitervertreter oder den Eltern. Bei völlig aussichtsloser Situation bleibt immer noch die Möglichkeit, sich über die rechtlichen Grundlagen beim Kantonalen Berufsbildungsamt zu informieren.

www.die-lehrstelle.ch

Das Portal Website www.die-Lehrstelle.ch listet seit Herbst 2011 neue Lehrstellen aus fast allen Branchen und aus fast allen Kantonen der Schweiz auf. Jugendliche informieren sich auf dieser Plattform über die offenen Lehrstellen. Unzählige Firmen haben seit dem Start ihre offenen Lehrstellen Jahr für Jahr auf dieser attraktiven Plattform ausgeschrieben.

Weshalb ist ein Eignungstest wichtig?

Eignungstest

Heute verlangen viele Lehrbetriebe von ihren Bewerbern, dass sie einen Eignungstest absolvieren und diesen mit ihrer Bewerbung mitschicken. Es gibt viele externe Eignungstests, welche in sogenannten „Abklärungscentern“ durchgeführt werden von Firmen, die sich auf Eignungsabklärungen spezialisiert haben. In diesen Tests werden, je nach Beruf, unterschiedliche Fähigkeiten geprüft. Einige Betriebe haben aber auch interne Tests, die exakt auf ihre Branche, ihren Betrieb und die erforderlichen Qualifikationen abgestimmt sind.

Es ist von Vorteil, eine Eignungsabklärung als Teil der Bewerbung mitzuschicken. Jedoch sollte man sich vorher informieren (per Telefon oder via Homepage), ob ein Betrieb einen spezifischen Test wünscht.

Wozu ist ein Eignungstest gut?
Bei einem Eignungstest geht es in erster Linie darum, ob man die nötigen Anforderungen erfüllt, die an eine bestimmte Berufslehre gestellt werden. Dabei steht nicht nur schulisches Wissen im Vordergrund, sondern auch kognitive und berufsspezifische Fähigkeiten. Hat man beispielsweise vor, eine Lehre als Montage-Elektriker zu absolvieren, werden beim Eignungstest auch das logische Denken und das Vorstellungsvermögen geprüft.

Somit dient eine Eignungsabklärung nicht nur den Lehrbetrieben als Auswahlhilfe, sondern auch den zukünftigen Lernenden zur Selbsteinschätzung.

Eignungstest bringt Klarheit
Hat man sich für einen Beruf entschieden, sollte man sich zuerst informieren, ob man die Mindestanforderungen erfüllt (Schulnoten). Idealerweise hat man bereits eine Schnupperwoche absolviert, Interesse für den Beruf ist vorhanden und eine Eignung wahrscheinlich. Konnte jedoch noch nicht in den Beruf reingeschnuppert werden oder ist man unsicher, ob das schulische Wissen reicht, bringt ein Eignungstest Klarheit. Die Testresultate zeigen exakt, wo genug Wissen oder Können vorhanden ist oder eben nicht.

Allgemeine Infos
Die Kosten für einen Eignungstest belaufen sich auf ca. CHF 100 -. Durchgeführt werden die Tests in verschiedenen Regionen und zu verschiedenen Zeiten. Vorbereiten kann man sich nicht, da die Themen im Vorfeld natürlich nicht bekannt gegeben werden. Nur so kann eine Eignung abgeklärt werden. Wenn man sich aber zum vornherein gut in der Berufsgattung auskennt, ist dies nur ein Vorteil.

Meist kann der gleiche Test im selben Zeitraum nicht beliebig oft wiederholt werden. Hat man die gewünschten Resultate nicht erzielt, sollte der Gang zur Berufsberatung in Betracht gezogen werden oder man befasst sich noch intensiver mit der gewünschten Lehre, schnuppert vielleicht (noch) einmal, um die Anforderungen genau zu kennen. Auch die verantwortlichen Lehrmeister können beurteilen, ob man für eine Lehre geeignet ist oder nicht.

Tagtäglich des eigenen Glückes Schmied

In diesen Tagen hat für Tausende von Jugendlichen die Lehre oder ein neues Lehrjahr begonnen. Vom Bürolisten über die Kosmetikerin, den Pferdepfleger bis hin zum Elektroinstallateur, Mechatroniker, Logistiker reicht die Berufspalette querbeet. Im Coiffeurgewerbe und in der Schönheitspflege sind Mädchen deutlich in der Überzahl. Als „Männerdomäne“ gelten dagegen die Bereiche Elektrizität, Automationsbranche oder die Forstwirtschaft.

 

Vom Aussterben bedrohte, altbewährte Berufe

Kaum mehr gefragt, geschweige denn überhaupt geläufig, sind in der heutigen Zeit Berufsbilder wie Müller, Hufschmied, Sattler oder Wagner. Dabei hat doch etwa der Hufschmied ein sicheres Zukunftspotenzial: Ist es bei Fahrzeugen die Pneubranche, die vom Verschleiss der Autoreifen lebt, so ist es bei Pferden der Hufschmied, der bei den Reittieren in regelmässigen Intervallen die Hufe fachgerecht schneiden und neu beschlagen muss.

Nicht jedes Pferd ist so kooperativ wie Fury

Der Kniff dabei: Jeder Huf ist anders und benötigt eine individuelle Behandlung. Ob „Zeheneng“, „Plattfuss“, „spitz“ oder „stumpf“, für jedes Huf-Problem gibt es eine Lösung. Nicht jedes Pferd ist dabei so kooperativ wie Fury: Was zu tun ist, wenn das Pferd mal schlechte Laune hat, erfährt man spätestens während der Ausbildung zum Hufschmied.

Verantwortungsbewusstsein, gute körperliche Kondition, Wetterfestigkeit

Jeder Pferdebesitzer möchte grundsätzlich genauestes über den Zustand des Pferdes in Kenntnis gesetzt werden. Die Betreuung und Beratung der Zweibeiner ist daher ebenso wichtig wie die Arbeit am Vierbeiner. Entsprechendes Einfühlungsvermögen ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Ebenso sollte ein Hufschmied körperlich fit und vor allem auch wetterfest sein.

Im übertragenen Sinne wird man als Hufschmied sogar tagtäglich zu seines eigenen Glückes Schmied. Nachdem das Pferdebeschlagen ursprünglich von den Römern erfunden wurde, entwickelte sich das Hufeisen bei fast allen Völkern zum Glücksbringer. Grund: Es verleiht dem edlen Tier einen wertvollen Schutz.

Informatik-  und Kommunikationsberufe hoch im Trend

Etliche, ganz alltägliche Branchen verzeichnen zunehmend grosse Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen zu besetzen, weil sich kaum Jugendliche für ihre Berufe interessieren. Im Kanton Aargau sind vor allem die Bereiche Bau, Gebäudetechnik oder Metall/Maschinen davon betroffen. Mit anderen Worten: Tätigkeiten, bei denen man dreckig wird und körperlich anstrengende Arbeit ausführen muss. Dagegen liegen Informatik- und Kommunikationsberufe oder KV-Ausbildungen hoch im Trend.

Angebotsüberschuss fördert Freiheit der Berufswahl

Der Grund, dass weniger Jugendliche eine Lehrstelle suchen, ist nicht etwa das Desinteresse, sondern die allgemeine demografische Entwicklung. Seit drei Jahren verlassen immer weniger Jugendliche die Volksschule, während das Angebot an Lehrstellen stabil bleibt. Dank diesem Angebotsüberschuss fördert dies die Freiheit der Jugendlichen bei der Berufswahl. Für die Unternehmen jedoch wird die Situation zum Problem. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Lehrlinge zu finden.