Intergration: Zukunft statt Herkunft

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„Zukunft statt Herkunft“

Ob in der Lastwagenwerkstatt, in der Fensterfabrik, beim Elektroinstallateur, beim Bäcker/Konditor: Sie bilden Lehrlinge aus? – Bravo und herzlichen Dank! Lehrbetriebe tragen viel zur Integration von Jugendlichen bei. Das gilt ganz besonders, wenn auch Jugendliche ausländischer Herkunft eine Chance bekommen. «Zukunft statt Herkunft» zeigt auf, dass sich faire Auswahlverfahren für die Zukunft der Betriebe in unterschiedlichsten Branchen sowie für die Volkswirtschaft lohnen.

Chancengleichheit bei der Lehrstellensuche

Für Jugendliche ausländischer Herkunft ist es für die Integration besonders wichtig, eine Lehrstelle zu bekommen. Ihre Situation stellt eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft dar. Grosse Hoffnungen ruhen hier auf den Lehrbetrieben. Diese können viel zu guten Zukunftsperspektiven für Jugendliche ohne Schweizer Wurzeln beitragen: Mit einem Selektionsverfahren, das allen eine faire Chance gibt, das auf die Zukunft statt auf die Herkunft setzt.

Ungerechtfertigte Vorurteile über Bord werfen

Wer Lehrlinge ausbildet, muss sich immer auch für eine/n Bewerber/in entscheiden. Und damit gegen viele andere. Vieles spielt bei der Selektion mit: Frühere Erfahrungen, Leistungskriterien, Erwartungen, berechtigte oder unberechtigte Vorbehalte, aber auch das Bauchgefühl. Viele Betriebe machen gute Erfahrungen damit, wenn sie ihre Lehrlingsauswahl systematisch angehen.

Bei gleichen schulischen Leistungen haben Schweizer Jugendliche eine viermal bessere Chance auf eine Lehrstelle als ihre ausländischen Kolleginnen und Kollegen. Es ist wissenschaftlich widerlegt, dass die Probleme der ausländischen Jugendlichen bei der Lehrstellensuche mit «schulischen Defiziten» erklärt werden können! Vorurteile gegenüber gewissen Ausländergruppen (v.a. Jugendliche aus dem Balkan und Ex-Jugoslawien) spielen eine grosse Rolle.

Romandie beim Auswahlverfahren fairer als die Deutschschweiz

Ausländische Jugendliche stehen fälschlicherweise unter Verdacht, im Betrieb spezielle Probleme zu verursachen und haben deshalb bei gleichen Schulleistungen mehr Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden. Dabei widerspiegeln Schulnoten und Schultypen die effektiven Schulleistungen nur sehr ungenau. Ein genaueres Hinschauen lohnt sich deshalb bei Bewerbungen. Der Schultyp wird dem Leistungspotenzial von Jugendlichen oft nur ungenügend gerecht.

Diskriminierung aufgrund des Namens

Es findet oft eine Diskriminierung auf Grund des Namens statt. Die Wirtschaft verzichtet ihrerseits freiwillig auf das grosse Potenzial dieser Jugendlichen. Auch wenn die Rezession den prognostizierten Fachkräftemangel etwas verlangsamt, wird die Wirtschaft  in allen Branchen bald stark auf gut ausgebildete junge Fachkräfte angewiesen sein. Erst wenn ein Betrieb keinen Schweizer finden kann, nimmt er auch einen Lehrling mit Migrationshintergrund. Interessanterweise wird auch festgestellt, dass die Auswahl zum Vorstellungsgespräch in der Romandie deutlich fairer abläuft als in der Deutschschweiz.