Tagtäglich des eigenen Glückes Schmied

In diesen Tagen hat für Tausende von Jugendlichen die Lehre oder ein neues Lehrjahr begonnen. Vom Bürolisten über die Kosmetikerin, den Pferdepfleger bis hin zum Elektroinstallateur, Mechatroniker, Logistiker reicht die Berufspalette querbeet. Im Coiffeurgewerbe und in der Schönheitspflege sind Mädchen deutlich in der Überzahl. Als „Männerdomäne“ gelten dagegen die Bereiche Elektrizität, Automationsbranche oder die Forstwirtschaft.

 

Vom Aussterben bedrohte, altbewährte Berufe

Kaum mehr gefragt, geschweige denn überhaupt geläufig, sind in der heutigen Zeit Berufsbilder wie Müller, Hufschmied, Sattler oder Wagner. Dabei hat doch etwa der Hufschmied ein sicheres Zukunftspotenzial: Ist es bei Fahrzeugen die Pneubranche, die vom Verschleiss der Autoreifen lebt, so ist es bei Pferden der Hufschmied, der bei den Reittieren in regelmässigen Intervallen die Hufe fachgerecht schneiden und neu beschlagen muss.

Nicht jedes Pferd ist so kooperativ wie Fury

Der Kniff dabei: Jeder Huf ist anders und benötigt eine individuelle Behandlung. Ob „Zeheneng“, „Plattfuss“, „spitz“ oder „stumpf“, für jedes Huf-Problem gibt es eine Lösung. Nicht jedes Pferd ist dabei so kooperativ wie Fury: Was zu tun ist, wenn das Pferd mal schlechte Laune hat, erfährt man spätestens während der Ausbildung zum Hufschmied.

Verantwortungsbewusstsein, gute körperliche Kondition, Wetterfestigkeit

Jeder Pferdebesitzer möchte grundsätzlich genauestes über den Zustand des Pferdes in Kenntnis gesetzt werden. Die Betreuung und Beratung der Zweibeiner ist daher ebenso wichtig wie die Arbeit am Vierbeiner. Entsprechendes Einfühlungsvermögen ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Ebenso sollte ein Hufschmied körperlich fit und vor allem auch wetterfest sein.

Im übertragenen Sinne wird man als Hufschmied sogar tagtäglich zu seines eigenen Glückes Schmied. Nachdem das Pferdebeschlagen ursprünglich von den Römern erfunden wurde, entwickelte sich das Hufeisen bei fast allen Völkern zum Glücksbringer. Grund: Es verleiht dem edlen Tier einen wertvollen Schutz.

Informatik-  und Kommunikationsberufe hoch im Trend

Etliche, ganz alltägliche Branchen verzeichnen zunehmend grosse Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen zu besetzen, weil sich kaum Jugendliche für ihre Berufe interessieren. Im Kanton Aargau sind vor allem die Bereiche Bau, Gebäudetechnik oder Metall/Maschinen davon betroffen. Mit anderen Worten: Tätigkeiten, bei denen man dreckig wird und körperlich anstrengende Arbeit ausführen muss. Dagegen liegen Informatik- und Kommunikationsberufe oder KV-Ausbildungen hoch im Trend.

Angebotsüberschuss fördert Freiheit der Berufswahl

Der Grund, dass weniger Jugendliche eine Lehrstelle suchen, ist nicht etwa das Desinteresse, sondern die allgemeine demografische Entwicklung. Seit drei Jahren verlassen immer weniger Jugendliche die Volksschule, während das Angebot an Lehrstellen stabil bleibt. Dank diesem Angebotsüberschuss fördert dies die Freiheit der Jugendlichen bei der Berufswahl. Für die Unternehmen jedoch wird die Situation zum Problem. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Lehrlinge zu finden.