Als Lehrling einmal „fremdgehen“

Ein Arbeitsplatztausch macht die Betroffenen selbstständiger
Die Sommerferien, auch "grosse Ferien" genannt, sind der grösste zusammenhängende Zeitraum an unterrichtsfreier Zeit für Schüler und Lernende.
Bis zum 20. Geburtstag haben Lehrlinge Anspruch auf mindestens fünf Wochen Ferien im Jahr. Nehmen sie ausserhalb der Schulferien frei, dürfen sie die Schule nicht schwänzen. Die Schultage gelten aber auch nicht als bezogene Ferientage.
 

Sommerferien-eher schlechte Karten für Lehrlingsaustausch

Bekanntlich ist es nie zu früh, an die Sommerferien zu denken. Doch schönste, bunt ausgemalte Ferienträume können bei knapper Kasse oft wie eine Seifenblase vorschnell zerplatzen. – Wie wäre es unter diesen Umständen, als Lehrling ganz einfach einmal  unter dem Jahr „fremdzugehen“?  Noch während der Lehre Berufserfahrung in anderen Betrieben zu sammeln, ist wertvoll. Und ganz einfach – sogar im Ausland. Der Fairness halber sei hierzu angemerkt, dass ein Lehrlingsaustausch während der Sommerferien kaum umsetzbar ist. Denn da haben viele Betriebe entweder Ferien oder einen dezimierten Personalbestand. Das macht es etwas schwierig für einen Austauschlehrling.

Ob als Student, Berufstätiger, Schüler oder Familie – fast jeder möchte gerne einmal in der warmen Jahreszeit verreisen und eine gute Portion Sonne tanken. Aber auch Reiseziele im Norden sind im Sommersemester sehr beliebt, denn die Sommermonate versprechen meistens die stabilste Wetterlage. 

Arbeitsplatztausch macht reifer und erfahrener

Was bei Studenten oder auch bei Gymnasiasten alltäglich ist – sprich ein Austauschjahr in einer anderen Gegend der Welt –, ist für Absolventen einer Berufslehre noch die grosse Ausnahme. Und dies, obwohl es seit Jahren etliche Programme gibt, die den Austausch mit einem anderen Betrieb arrangieren. «Es fehlt schon am Wissen, dass solche Programme überhaupt existieren», erklärt Marianne Dobler-Müller (55), Initiantin und Organisatorin des Programms Visite – Lernende besuchen Lernende. Dabei ist ein solcher Arbeitsplatztausch im Ausland für die Bewerbungsmappe später nur förderlich.

Mehrsprachigkeit wichtige Voraussetzung in globalisiertem Arbeitsumfeld

Die Lernenden sind nach einem solchen Austausch selbstbewusster und reifer. Sie können danach meist offener kommunizieren. Und vor allem kann festgestellt werden, dass es für Austauschlernende einfacher ist, nach der Lehre eine Stelle zu finden. In vielen Gesprächen mit Firmen und Organisationen zeigt es sich, dass die Mehrsprachigkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen im globalisierten Arbeitsumfeld darstellt. Lehrabsolventen mit guten Fremdsprachenkenntnissen haben einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt.

Weitere Infos: Austauschprogramm «Visite − Lernende besuchen Lernende», organisiert von Rotary Schweiz-Liechtenstein –  http://www.visite.ch/