Misshandlungen in der Lehre

Misshandlungen während der Lehrzeit sind zwar sehr selten, jedoch wissen die betroffenen Lernenden oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. Schliesslich ist die ganze Situation der Lehrstelle neu und seinen Ausbildungsplatz aufs Spiel setzen, möchte man ja auch nicht. Trotzdem gilt ganz klar: Wehren kann und muss man sich!

Niemand muss sich Mobbing, sexuelle Belästigung oder (Androhungen oder tatsächlich ausgeübte) Gewalt während der Berufslehre und darüber hinaus gefallen lassen. Jedoch schweigen Betroffene meistens aus Angst, ihre Lehrstelle zu verlieren, oder weil sie sich selbst nicht als Opfer sehen möchten. Zudem fürchten sie sich vor der Reaktionen ihrer Familie und Freunden. Hier helfen oft Drittpersonen weiter, die nicht involviert sind. Beispielsweise der Vorgesetzte. Ist dieser jedoch der Peiniger selbst, sollte man sich an seinen Berufschullehrern oder dem Amt für Berufsbildung in den jeweiligen Kantonen wenden. Sie beraten Lernende in solchen Fällen und sehen als neutrale Stelle eher, welche Wege man gehen sollte.

Sind die Misshandlungen gravierend und es muss eine neue Lehrstelle gesucht werden, wird sich das kantonale Berufsbildungsamt dieser Sache auch gleich annehmen.

Möchte man sich seine Probleme erst einmal einfach von der Seele reden, ist die Notrufnummer der Pro Juventute für Kinder und Jugendliche (Tel.: 147 und Beratungsplattform: www.147.ch) eine Lösung. Die Beratungspersonen haben offene Ohren für jedes Anliegen und geben Ratschläge. Egal auf welchem Weg man sich bei Pro Juventute meldet (Anruf, SMS oder Internetchat): alle Daten bleiben anonym und werden nicht gespeichert.
 

Rasch reagieren
Ist man sich sicher, dass eine Misshandlung vorliegt, sollte schnell gehandelt werden. Lange zu warten, lohnt sich nicht, da körperliche und psychische Schäden dauerhaft werden könnten. Überhaupt muss man sich bewusst sein, dass es extrem wichtig ist, sich in den drei oder vier Jahren seiner Berufslehre wohl zu fühlen und Freude an dem hat, was man täglich macht.