Interview mit Thomas Ramseier, Lehrlingsausbildner RCM Estech

Firma: RCM Estech in Burgdorf
Funktion: Lehrlingsausbildner

http://www.rcm-estech.ch/

 

 

 

 

 

 

  1. Was für Lehrstellen bietet die RCM Estech an?

Wir haben jedes Jahr 4 – 8 Lernende, verteilt auf die Berufsbildungen Polymechaniker und Automatiker, welche vier Jahre dauern und auf die Lehre Produktionsmechaniker, die nach drei Jahren zu Ende ist.

  1. Sie betreiben eine „Lehrwerkstatt“. Was kann man sich darunter vorstellen?

Nun, wir sind ein ÜK-Betrieb, d.h. Lernende aus verschiedenen Betrieben kommen für die überbetrieblichen Kurse zu uns. Im ersten Lehrjahr verbringen sie 20 Wochen hier in der Lehrwerkstatt, wo ihnen die Grundlagen beigebracht werden.

  1. Wie profitieren Ihre Lernenden von dieser Werkstatt?

Sie müssen den Lehrbetrieb wegen der Kurse nicht wechseln, kennen alle Maschinen und die anderen Lernenden aus unserem Betrieb bereits.

  1. Was muss man unternehmen, damit man bei der RCM Estech eine Lehrstelle erhält?

Man kann bei uns eine 4-tägige Schnupperlehre absolvieren, um zu sehen, ob der Beruf zu einem passen würde. Im Jahr 2012 hatten wir 30 Schüler, die zum Schnuppern zu uns kamen. Dann füllt man, quasi als Bewerbung, unser internes Formular aus und legt den Lebenslauf und die Zeugniskopien bei. Vier Mal im Jahr führen wir einen auf unseren Betrieb abgestimmten Eignungstest durch. Der Test findet bei unserer Partnerfirma Aebi & Co AG, in Burgdorf statt.

  1. Heute hört man oft, die jungen Lernenden seien faul und nicht motiviert. Mach(t)en auch Sie diese Erfahrung?

Man sollte die angehenden Lernenden gut beobachten während dem Schnuppern. Dann erkennt man, ob jemand die Lehrstelle wirklich will oder nicht. Vor allem bei Fleissarbeiten. Hat man am Ende jemanden eingestellt, dem es keinen Spass macht und der faul ist, so wurde falsch rekrutiert. Was ich auch gemerkt habe ist, dass oft die Eltern zu ihren Kindern sagen, sie sollen doch diesen Beruf erlernen, aber sich die Kinder gar nicht sicher sind, ob sie das wirklich wollen. Aus Liebe zu den Eltern machen sie es dann einfach mal.

  1. Was schätzen Sie denn an einem Lernenden? Was muss dieser mitbringen?

Interesse für Technik. Das ist das Wichtigste. In erster Linie geht es nicht um die Fähigkeiten oder Noten. Ich bin bereit, Zeit zu investieren, wenn ein Lernender wirklich besser werden will. Wir geben jedem eine Chance.

 

Persönliches

  1. Was haben Sie für eine Lehre absolviert?
     

Ich habe ursprünglich Polymechaniker gelernt und mich dann weitergebildet zum Produktionsfachmann und zum Sicherheitsverantwortlichen. Im Moment bin ich in der Weiterbildung zum Berufsbildner.
 

  1. Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?
     

     

     

    Das war die Idee meines Vaters und mir gefiel der Beruf auf Anhieb. In meinem Lehrbetrieb war es sehr interessant, da es keine Seriearbeiten gab. Jedes Teil musste einzeln hergestellt werden.
     

  2. Wenn Sie den Jugendlichen einen Tipp geben könnten, rückblickend auf Ihre Lehrzeit oder auf das, was Sie täglich sehen bei Ihren Lernenden, was wäre das? Worauf sollte man vorbereitet sein?
     

     

     

    Sie sollten sich bewusst sein, dass nichts mehr obligatorisch ist nach der Oberstufe. Sie machen alles freiwillig, sollten deswegen Einsatz zeigen, auch wenn vieles für sie neu sein wird.